Am 28. Mai 2025 wurde das Dorf Blatten in den Schweizer Alpen von einer gewaltigen Eis-Fels-Lawine mit einem Volumen von rund 9 Millionen m³ verschüttet. Der Katastrophe gingen über mehrere Tage anhaltende und umfangreiche Felsstürze vom Kleinen Nesthorn voraus. Die dabei abgelagerten Fels- und Schuttmassen belasteten den darunterliegenden Birch-Gletscher so stark, dass sich dieser von seinem Untergrund löste und eine massive Lawine auslöste. Diese zerstörte das Dorf Blatten, erstreckte sich über 2 km durch das gesamte Lötschental und staute in weiterer Folge die Lonza, wodurch auch jene Teile des Dorfes überflutet wurden, die nicht direkt von der Lawine betroffen waren.
Der Gletscherkollaps reiht sich in eine Reihe ähnlicher Ereignisse ein, die in den vergangenen Jahren untersucht wurden, beginnend mit dem Gletscherkollaps und der Lawine am Kolka-Gletscher im Jahr 2002. Blatten ist insofern besonders, als das Gebiet vor, während und nach dem Ereignis mit einer Vielzahl technischer Instrumente präzise überwacht wurde. Dadurch steht eine außergewöhnlich umfangreiche Datengrundlage zur Verfügung, die für die zukünftige Forschung und das Verständnis solcher Prozesse von großer Bedeutung ist.